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BIOMETRIE & IOL AUSWAHL

 

Refraktionsfehler nach IOL Implantation
Mit dem wachsenden Anteil der Patienten, die sich für die refraktive Katarakt- & Linsenchirurgie entscheiden, steigen die Anforderungen an die Vorhersagbarkeit der Ergebnisrefraktion im Bereich < ±0,5dpt. [1] [2]
Die Häufigkeit von Vorhersagefehler > ±1,0 dpt. wird in der Literatur mit etwa 10% angegeben. Abweichungen von ±0,75 dpt. sieht man bei etwa 40% der Kataraktpatienten. [3]

Asphärische aberrations-korrigierende IOL
Das Design moderner asphärischen IOLs berücksichtigt die durchschnittliche Asphärizität der Kornea und minimiert so die sphärische Aberration. Die Patienten profitieren von einem besseren Kontrast- und Dämmerungssehen. [4] Das ist aber nur dann im vollen Umfang gegeben, wenn der postoperative Defokus durch die optimale IOL Auswahl minimiert wurde.
Deswegen ist grade bei den modernen IOLs die exakte IOL Berechnung und Auswahl der entscheidende Erfolgsfaktor. [5]
Auch die intraokulare Positionierung der monofokalen asphärischen Linsen beeinflusst die Patientenzufriedenheit. Holladay et al. errechneten einen kritischen Betrag für die Dezentrierung von 0,4 mm und für die Verkippung von sieben Grad. [6]

Multifokale IOLs
Der gleiche hohe Anspruch an die Vorhersagbarkeit der Ergebnisrefraktion besteht bei multifokalen IOLs. Eine perfekte Zentrierung und Rhexis, ein minimaler postoperativ verbleibender Astigmatismus und eine Gesamtrefraktion < 0,5 dpt. schaffen die besten Voraussetzungen für die Patientenzufriedenheit.

Laser-Interferenz Biometrie
Obwohl das Problem der präoperativen Bestimmung der zu implantierenden IOL mit Hilfe der Biometrie als gelöst gilt, zeigt die Literatur, dass in 10% der Fälle das postoperative Ergebnis um mehr als 1 dpt. von der Zielrefraktion abweicht. [7]
Die Alternative zum Goldstandard IOLMaster (ZEISS), der Lenstar® (Haag-Streit) bietet zu der Messung der Achsenlänge und Hornhautradien auch die präzise Messung der Vorderkammertiefe und Dicke der natürlichen Linse.

Vorhersagefehler der IOL Formeln
Der Vorhersagefehler der IOL Formeln der dritten Generation ist für „Durchschnittsaugen“ durchweg gering. Bei Augen mit (extrem) langen und kurzen Achsenlängen steigt der Fehler deutlich. Insbesondere hier ist das Einbeziehen der Vorderkammertiefe und Linsendicke, sowie der Refraktionswerte des aphaken Auges sinnvoll. [8]

Intraoperative optisch-refraktive Biometrie & Raytracing
Die optisch-refraktive Biometrie, also die intraoperative Refraktionsbestimmung am aphaken Auge, könnte eine Validierung der präoperativen Biometrie und IOL Auswahl und damit eine Sicherheit kurz vor der IOL Injektion versprechen. [9] Zur der IOL Berechnung aus der aphaken Messung per Autorefraktometer gibt es bereits einige Studien [10] [9], die gute Reproduzierbarkeiten zeigen.
Mit der höheren Messgenauigkeit der Wellenfrontanalyse könnte es möglich werden, mit minimalem Mehraufwand kurz vor der Implantation die präoperative Biometrie und IOL Auswahl zu validieren. Hierzu sind noch umfassende Studien nötig.

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Literatur
[1]        D. Breyer, „Herausforderung optimale Patientenversorgung,“ Opthalmologische Nachrichten, Nr. 02, p. 12ff, 2002.
[2]        C. Kent, „37 Ways to Get Great Outcomes with Torics,“ Review of Ophthalmology, p. 26, 1 2012.
[3]        P. Preussner, T. Olsen, O. Hoffmann und O. Findl, „Intraocular lens calculation accuracy limits in normal eyes,“ J Cataract Refract Surg., pp. 34(5):802-8, 2008.
[4]        K. Rocha, E. Soriano, M. Chalita und A. Yamada, „Wavefront analysis and contrast sensitivity of aspheric abd speric intraocular lenses: a randomized prospective study,“ Am J Ophthalmol, pp. 142:750-756, 2006.
[5]        P. C. Hoffmann und C. R. Lindemann, „Intraocular lens claculation for aspheric intraocular lenses,“ J Cataract Surg, pp. 39:867-872, 2013.
[6]        F. Taketani, T. Matuura, E. Yukawa und Y. Hara, „Influence of intraocular lens tilt and decentration on wavefront aberrations,“ J Cataract Refract Surg, Bd. 30, p. 2158–2162, 2004.
[7]        W. Haigis und F. Goes, „IOL-Berechnung für hyperope Augen.,“ in 22. Kongress der DGII (Hrsg. Auffarth G et al), 2008.
[8]        P. Preußner, P. Hoffmann und K. Petermeier, „Vergleich zwischen RAytracing und IOL-Formeln der 3.
Generation,“ Klin. Montasbl Augenheilk, Bd. 226, pp. 83-89, 2009.
[9]        T. Ianchulev, J. Salz, K. Hoffer, T. Albini und H. Hsu, „Intraoperative optical refractive biometry for intraocular lens power estimation without axial length and keratometry measuremets,“ J Cataract Refractive S., p. Vol 31.
[10]      A. C. M. Wong, S. T. Mak und R. K. K. Tse, „Clinical Evaluation of the Intraoperative Refraction Technique for Intraocular Lens Power Calculation,“ Ophthalmology, p. 711–716, 4 2010.
[11]      K. Hoffer, „Biometry of 7,500 cataractous eyes,“ Am J Ophthalmol, pp. 90:360-8, 1980.
[12]      C. Hoffmann, „Analysis of biometry and prevalence data for corneal astigmatism in 23239 eyes,“ J Cataract Refract Surg, Bd. 36, pp. 1479-1485, 2010.