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INZISIONALE ASTIGMATISMUS KORREKTUR

Wachsende Bedeutung der Astigmatismus Korrektur
Durch die steigenden Erwartungen der Patienten, aber vielleicht auch durch den Wettbewerb der OP Zentren, nimmt die Bedeutung der Patienten Zufriedenheit zu. Damit gewinnt die chirurgische Astigmatismus Korrektur eine wachsende Bedeutung auch in der standard Katarakt Chirurgie.

Chirurgisch Induzierter Astigmatismus
Alle Formeln zur Berechnung der zu implantierenden IOL sehen die Eingabe des erwarteten chirurgisch induzierten Astigmatismus vor. Dabei ist der Einfluss der OP Technik auf das Ergebnis nicht vollständig vorhersehbar.
Jeder Schnitt in die Hornhaut wird die Hornhauttopographie verändern, der chirurgisch induzierte Astigmatismus ist also prinzipiell unvermeidbar. Gering ist das Risiko bei sklerokornealer Inzision, temporaler Lokalisation und Schnittweite unter 2 mm. [1] Eine Umfrage in Deutschland kam 2010 zu dem Ergebnis, dass nur 2% der Katarakt OPs durch Mikro Inzisionen (< 2mm), also Astigmatismus neutral, durchgeführt werden. [2] Mit 66% dominieren die Standardinzisionen (2,6-3,1mm). [3] Giansanti et al. zeigten in ihrer Studie [4], dass selbst Schnittbreiten von 2,75mm eine astigmatische Veränderung von 0,65 dpt. verursachen.

Optimierung der Clear Cornea Inzisionen
Ziel der Kataraktoperation sollte ein leichter MTR-Astigmatismus oder eine astigmatismusfreie Hornhaut sein. In jedem Fall sollte im Sinne der Patienten Zufriedenheit der Astigmatismus erhöht werden. Die temporalen Zugänge induzieren den geringsten chirurgischen Astigmatismus.
Soll der Astigmatismus verringert werden, muss die Inzision im steilen Hornhautmeridian erfolgen. Hierbei kann die intraoperative Aberrometrie am phaken und pseudophaken Auge dem Chirurgen als Navigation und Werkzeug zur inzisionalen Astigmatismus Minimierung dienen.

Hornhaut Entlastungsschnitte (LRI, AK)
Im Vergleich zur Implantation von torischen Linsen ist die Astigmatismus Korrektur über Hornhaut Entlastungsschnitte, Limbal Relaxing Incisions (LRI) für mäßigen Astigmatismus, Astigmatische Keratomie (AK) für hochgradigen Astigmatismus > 5 dpt, mit geringem (finanziellen) Aufwand verbunden.
Mangels der Verfügbarkeit von Alternativen werden Hornhaut Entlastungsschritte bisher über Nomogramme gestützt auf die präoperative Bestimmung des Zylinders und Achsenlage durchgeführt.
Der Erfolg von Hornhaut Entlastungsschnitten ist sehr von den Erfahrungen des Operateurs abhängig und ist mangels der Möglichkeit der intraoperativen Messung während des Eingriffs kaum bewertbar. Diese beiden Faktoren geben dem Verfahren eine Variabilität, die es schwierig macht, das postoperative Ergebnis mit einer akzeptablen Genauigkeit vorher zu sagen.

Forschung und Entwicklung
Unsere Bemühungen der Weiterentwicklung des chirurgischen Navigationssystems zielen auf die Simulation der Veränderungen der Hornhauttopographie und die Steigerung des Automatisierungsgrades und der Reproduzierbarkeit der inzisionalen Astigmatismuskorrektur.

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 Literatur

[1] C. Hoffmann, „Analysis of biometry and prevalence data for corneal astigmatism in 23239 eyes,“ J Cataract Refract Surg, Bd. 36, pp. 1479-1485, 2010.

[2] M. Wenzel, T. Kohnen, A. Scharrer und e. al., „Ambulate Intraokularchirurgie 2011: Ergebnisse der Umfrage von BDOC, BVA, DGII und DOG,“ Ophthalmo-Chirurgie, Nr. 24, pp. 205-214, 2012.

[3] M. Müller und T. Kohnen, „Inzisionen für die Biaxiale und koaxiale mikroinzisionale Kataraktchirurgie,“ Ophthalmologie, Nr. 107, pp. 108-115, 2010.

[4] F. Giasanti, E. Rapizzi, G. Virgili, R. Mencucci, A. Bini, L. Vannozzi und U. Menchini, „Clear cornea incision of 2.75 mm for cataract surgery induces little change of astigmatism in eyes with low preoperative corneal cylinder.,“ Eur J Ophthalmol, pp. 16: 385-393, 2006.