main-banner

NAVIGATION FÜR TORISCHE IOLs, ICLs & ADD ONs

 

Die torische Linse ist eine der besten Entwicklungen der letzten Jahre, mit der man am einfachsten glückliche Patienten erhält. [1]
Obwohl 35% der Katarakt Patienten einen Astigmatismus von mehr als 1,50 dpt. und 2% mehr als 4,00 dpt. zeigen [2] [3] [4], ist der Anteil der torischen Linsen in Deutschland mit < 2% und in Europa mit < 8% noch relativ gering. [5] Die intraoperative Aberrometrie verspricht eine bessere Vorhersagbarkeit der Ergebnisrefraktion und Patientenzufriedenheit bei vertretbarem Mehraufwand für das OP Team.

Restzylinder nach Astigmatismus-Korrektur
Bei den torischen und multifokalen Linsen gefährdet jede Abweichung in der Stärke und Position der Linse die Zufriedenheit des Patienten mit dem OP Ergebnis: Pro 1° Abweichung von der geplanten Position vermindert sich die korrektive Wirkung einer torischen IOL um 3,5%. Bei 10° Abweichung ergibt sich ein Verlust von 35%, was gerade bei hohem Zylinder problematisch ist. [1] [6] [7]
Durch die modernen Haptik Designs tritt die postoperative Linsenrotation bei tIOLs in den Hintergrund. [8] [9] Die intraokularen Positionierung ist heute der die Patientenzufriedenheit bestimmende Faktor. In einer Studie an der Universität Maastricht wird der Fehler nach manueller Achsenmarkierung mit 4.9 ± 2.1º (n=40) angegeben. [9]

Aufwand & Präzision der Achsenmarkierung
Die höchste Genauigkeit, aber auch mit einem hohen Aufwand, erreicht man durch die Markierung an der Spaltlampe. Die Achsenmarkierung im OP durch Pendel-Markeure gilt schon mangels Kopf Fixierung als ungenauer. Farbmarkierungen bergen das Risiko, dass die Farbe auf der Konjunktiva verläuft oder intraoperativ so ausbleicht, dass die präzise Ausrichtung der torischen Linse schwer bis unmöglich wird. Das gilt insbesondere auch für die Femtosekunden Laser. Prinzip bedingt zeigt die präoperative Achsenmarkierung keine chirurgisch induzierten Refraktionsänderungen (CIA).

Virtuelle Zylinder – Achsenmarkierung
Zur Steigerung der Präzision der intraokularen Ausrichtung von torischen Linsen stehen mittlerweile unterschiedliche chirurgische Assistenzsysteme zur Verfügung. Grundsätzlich unterscheiden sich die Video-Overlay Systeme zur intraoperativen Markierung der präoperativ bestimmten Zylinderachse von den intraoperativen Wellenfront Aberrometern. Bei den Video-Overlay Systemen setzt sich Prinzip bedingt eine Ungenauigkeit in der präoperativen Keratographie in der Achsenmarkierung und dann auch im OP Ergebnis fort. [10] [6]
Eyetracker und Video-Overlay Systeme nutzen Bezugspunkte auf der Pupille, Blutgefäße in der Konjunktiva oder manuelle Markierungen. Intraoperative Mydriasis, eine Blutung oder auch ein kleiner Bildausschnitt beeinflussen die Zuverlässigkeit der Achsenmarkierung für die tIOL Implantation. Zuverlässigkeit der virtuellen Achsenmarkierung durch intraoperative Aberrometrie setzt nur Transparenz des dioptrischen Apparates voraus. Die intraoperative Messung schließt eine Verwechselung der präoperativen Patientendaten aus.

Genauigkeit der virtuellen Zylinder Achsenmarkierung
Da bei der intraoperativen Aberrometrie die Bestimmung und Korrektur des Hornhautzylinders am liegenden Patienten durchgeführt werden, kommt es zu keiner Ungenauigkeit durch Zyklorotation. Auch ein möglicherweise entstandener Chirurgisch Induzierter Astigmatismus (CIA) bleibt bei der intraoperativen Aberrometrie nicht unberücksichtigt. Aus all diesen Gründen verspricht die intraoperative Aberrometrie und virtuelle Zylinder Achsenmarkierung eine höhere Genauigkeit und damit bessere Vorhersagbarkeit der Ergebnisrefraktion

Intraoperative Visualisierung und Minimierung des Restzylinders
Die intraoperative Aberrometrie am pseudophaken Auge macht den Restzylinder für den Chirurgen sichtbar und damit optimierbar. Damit wird vermutlich die größte Vorhersagbarkeit der Ergebnisrefraktion erreicht.

Forschung & Entwicklung
Unsere F&E Bemühungen zielen auf die Simulation des bestmöglichen Refraktionsergebnisses und der Umsetzung der Messungen in konkrete Handlungsempfehlungen für den Chirurgen. So soll ein chirurgisches Navigationssystem für die refraktive Katarakt- und Linsenchirurgie mit hohem Automatisierungsgrad entstehen.

Weiter mit  pfeil gruenHORNHAUTCHIRURGIE

 

Literatur

[1]

M. Tetz, R. Menapace und S. Schmickler, „Come and See Meeting,“ Horn, 2011.

[2]

K. Hoffer, „Biometry of 7,500 cataractous eyes,“ Am J Ophthalmol, pp. 90:360-8, 1980.

[3]

C. Hoffmann, „Analysis of biometry and prevalence data for corneal astigmatism in 23239 eyes,“ J Cataract Refract Surg, Bd. 36, pp. 1479-1485, 2010.

[4]

S. U. E. B. Ninn-Pedersen K, „ Cataract patients in a defined Swedish population 1986-1990. II. Preoperative observations,“ Acta Ophthalmol (Copenh) , pp. 72:10-5., 1994.

[5]

M. Wenzel, T. Kohnen, A. Scharrer und e. al., „Ambulate Intraokularchirurgie 2011: Ergebnisse der Umfrage von BDOC, BVA, DGII und DOG,“ Ophthalmo-Chirurgie, Nr. 24, pp. 205-214, 2012.

[6]

N. Morlet, J. Minassian und J. Dart, „Astigmatism and the analysis of its surgical correction,“ Br. J Ophthalmol, pp. 1127-1138, 2001.

[7]

W. Maloney, L. Grindle, D. Sanders und D. Pearcy, „Astigmatism control of the cataract surgeon: a comprehensive review of surgically tailored astigmatism reduction (STAR),“ J Cataract Refract Surg, pp. 15: 45-54, 1989.

[8]

G. Gerten und O. Kermani, „Toric IOLs for Astigmatic Correction,“ Cataract Refract Surg. Today Europe, p. 47, 11 2006.

[9]

N. Visser und T. Berendschot, „Accuracy of toric intraocular lens implantation in cataract and refractive surgery,“ J Cataract Refract Surg., 2011.

[10]

C. Kent, „37 Ways to Get Great Outcomes with Torics,“ Review of Ophthalmology, p. 26, 1 2012.